Die Welt ist voller Lösungen

Das ist der Untertitel des wahrscheinlich besten Films, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe. Er heißt „Tomorrow“ und ist einfach genial.

Cyril Dion, ein französischer Autor, Regisseur, Dichter und Aktivist und Mélanie Laurent, eine französische Schauspielerin, haben einfach großartige Arbeit geleistet, der viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird (Habt ihr irgendwo von dem Film gehört oder gelesen? Falls ja, schreibt mir in die Kommentare wo!). „Tomorrow“ ist das Gegenstück zu den zahlreichen Filmen, die nahende Katastrophen und/oder Missstände dokumentieren. Was in solchen Dokumentationen typischerweise gegen Ende kurz angesprochen wird, dem widmet sich Dions und Laurents Film in Gänze: Was man tun kann, um das Übel zu verhindern oder den status quo zu verbessern.

111 Minuten lang stellt das Film-Team uns Menschen aus aller Welt vor, die kreative Lösungen für aktuelle Probleme aller Art in petto haben. Dabei hat keiner von ihnen den Anspruch, die Welt zu retten. Es sind alle samt bodenständige Menschen, die aufgrund eines spezifischen Erlebnisses das Bedürfnis hatten, etwas konkret zu verändern.

Aber der Film beschränkt sich nicht auf gärtnernde Hausfrauen (wobei mir persönlich vor allem die beiden sehr gut gefallen haben, gerade weil sie so normal sind. Sucht mal im Internet nach „Incredible Edible“, das war deren Idee.), er erzählt auch von den Bürgern Islands, die 2009 standhaft solange auf dem Platz vor dem Parlament friedlich demonstrierten, bis die gesamte Regierung (!!!) sowie der Vorsitzende der Zentralbank zurücktraten. Ein Bürgergremium arbeitete anschließend eine neue Verfassung aus, schließlich waren in Island Vetternwirtschaft und Korruption zuvor an der Tagesordnung gewesen. Islands neu gewählt Regierung hat daraufhin nicht etwa die Banken gerettet, sondern ließ diese pleite gehen – und kümmerte sich um seine Bürger. Heute steht es besser da als viele, viele andere Staaten, die – so wie Deutschland – ihren Banken aus der Patsche halfen. Für alle, die das näher interessiert: Guckt euch den Film an und lest den unten zusätzlich verlinkten kurzen Artikel aus der taz.

„Tomorrow“ verbindet in kurzen Teasern zwischen den Portraits eine offene Frage mit der nächsten und schlägt geschickt den Bogen von Ernährung über Energie, Wirtschaft, Bildung bis hin zur Demokratie. Es ist sehr beeindruckend, wie die Macher es schaffen, innerhalb von zwei Stunden die Zusammenhänge darzustellen ohne sich in Erläuterungen zu verlieren. Das Hauptaugenmerk liegt eben auf den Lösungen, nicht auf den Problemen – von denen habe wir genug gehört! Es macht so gute Laune, all diese tollen Projekte kennenzulernen und zu spüren, dass eben nicht alle Hoffnung verloren ist. Egal, wie groß und intransparent uns die Krisen unserer Zeit scheinen: Es gibt Auswege, man muss sich nur daran erinnern, dass die meisten Menschen gut und nett sind und dann einfach anfangen. Das ist die Botschaft, die „Tomorrow“ seinen Zuschauern mitgibt und es ist einfach so, so wichtig, sie sich zu Herzen zu nehmen. Gärtnert, schreibt, geht zu Demonstrationen!

…oder besser erstmal ins Kino: Hier unten findet ihr den Trailer, den taz-Artikel und vor allem den Link zur „Tomorrow“-Internetseite. Ihr könnt dort herausfinden, in welchen Kinos ihr den Film noch sehen könnt und findet Informationen zu den Aktivisten und Experten, mit denen die Macher zusammengearbeitet haben.

http://www.taz.de/!5084590/

http://www.tomorrow-derfilm.de/wo-zu-sehen.html

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